Wer Zeichnen lernen möchte, sollte nicht sofort mit komplizierten Gegenständen beginnen. Viele Dinge, die wir sehen, lassen sich zunächst auf wenige einfache Grundformen zurückführen: Kreis, Ellipse, Kugel, Würfel, Quader, Zylinder und Kegel.
Diese Grundformen helfen dabei, komplizierte Gegenstände zu vereinfachen und ihre Form besser zu verstehen. Eine Tasse kann beispielsweise als Zylinder betrachtet werden, eine Orange als Kugel und ein Buch als Quader. Grundformen sind deshalb eine Art Gerüst für das Zeichnen. Wer sie sicher zeichnen kann, kann daraus Schritt für Schritt komplexere Gegenstände und Figuren entwickeln.
Warum sind Grundformen wichtig?
Beim Zeichnen muss man eine dreidimensionale Welt auf einer zweidimensionalen Fläche darstellen. Das ist eine der grundlegenden Herausforderungen des Zeichnens. Jeder Gegenstand hat eine bestimmte Höhe, Breite und Tiefe. Außerdem besitzt er Oberflächen, Kanten, Rundungen, Licht und Schatten. Wenn man versucht, einen solchen Gegenstand sofort mit allen Einzelheiten zu zeichnen, kann man leicht den Überblick verlieren. Einfacher ist es, zunächst nach der Grundform zu fragen: Aus welchen einfachen Formen besteht dieser Gegenstand?
Eine Flasche besteht beispielsweise aus einem Zylinder, einem daraufgesetzten umgedrehten Kegel und einem weiteren Zylinder. Ein Stuhl lässt sich zunächst aus Quadern und Zylindern aufbauen. Ein menschlicher Körper kann durch Kugeln, Zylinder und einfache geometrische Körper vereinfacht werden. Die Grundform muss dabei nicht exakt der sichtbaren Form entsprechen. Sie ist zunächst ein Hilfsmittel zum Verstehen und Konstruieren.
Die wichtigen flachen Grundformen
Für das Zeichnen sind einige Formen besonders nützlich. Bevor man räumliche Körper wie Kugel, Würfel oder Zylinder zeichnet, lohnt es sich, die einfachen flachen Grundformen zu betrachten und zeichnerisch zu üben. Sie besitzen zunächst keine Tiefe und bestehen nur aus Höhe und Breite. Zu den wichtigsten zweidimensionalen Grundformen gehören: Kreis, Ellipse, Dreieck, Quadrat und Rechteck.
Diese Formen begegnen uns überall. Viele Gegenstände lassen sich beim Zeichnen zunächst auf eine oder mehrere dieser einfachen Formen zurückführen. Im Folgenden habe ich das Wichtigsten zu diesen Grundformen in Form einer Tabelle zusammengestellt:
| Grundform | Eigenschaften | Beispiele in der Zeichnung |
|---|---|---|
| Kreis | Rund, keine Ecken und Kanten; alle Punkte der Linie sind gleich weit vom Mittelpunkt entfernt. | Sonne, Münze, Rad, Ball als Ausgangsform |
| Ellipse | Runde, längliche Form; entsteht beispielsweise, wenn ein Kreis aus schräger Perspektive betrachtet wird. | Teller, Tassenöffnung, Glasöffnung |
| Dreieck | Drei Seiten und drei Ecken; kann unterschiedlich spitz oder breit sein. | Berg, Dach, Pfeil, Tannenbaum |
| Quadrat | Vier gleich lange Seiten und vier rechte Winkel. | Fenster, Fliese, Bildfläche |
| Rechteck | Vier Seiten und vier rechte Winkel; jeweils gegenüberliegende Seiten sind gleich lang. | Buch, Tür, Tischplatte, Blatt Papier |
Von flachen zu räumlichen Grundkörpern
Von den flachen Grundformen ausgehend lassen sich räumliche Grundformen bzw. Grundkörper zeichnerisch darstellen. Bei Würfel, Quader, Zylinder und Kegel entsteht die räumliche Konstruktion vor allem durch Tiefe, Flächen und Perspektive. Bei der Kugel wird die Räumlichkeit dagegen vor allem durch Licht und Schatten sichtbar. Die räumlichen oder plastischen Grundkörper sind dreidimensionale Körper. Im Gegensatz zu Kreis, Dreieck oder Rechteck besitzen sie neben Höhe und Breite auch Tiefe. Diese etwas komplexeren, räumlichen Grundkörper sind am Ende die, die wir zum Zeichnen brauchen:
Kreis → Kugel
Quadrat → Würfel
Rechteck → Quader
Kreis/Ellipse → Zylinder
Kreis/Ellipse + Spitze → Kegel
Damit entsteht ein einfacher Weg vom zweidimensionalen Sehen zum räumlichen Zeichnen. Sie sind besonders wichtig, weil sich viele reale Gegenstände beim Zeichnen zunächst auf solche einfachen Körper reduzieren lassen.
| Grundkörper | Eigenschaften | Beispiele in der Zeichnung |
|---|---|---|
| Kugel | Rundum gewölbt, keine Kanten und Ecken. Die Form wirkt aus jeder Richtung grundsätzlich rund. | Apfel, Orange, Kopf, Ball |
| Würfel | Sechs gleich große quadratische Flächen, zwölf Kanten und acht Ecken. | Würfel, kleiner Karton, Bauklotz |
| Quader | Ähnlich wie ein Würfel, aber Höhe, Breite und Tiefe können unterschiedlich groß sein. | Buch, Schachtel, Gebäude, Möbel |
| Zylinder | Zwei kreis- bzw. elliptische Grundflächen, die durch eine gebogene Mantelfläche verbunden sind. | Glas, Tasse, Dose, Flasche, Säule |
| Kegel | Eine kreis- bzw. elliptische Grundfläche läuft zu einer Spitze zusammen. | Eistüte, Trichter, Lampenschirm, spitzes Dach |
| Kegelstumpf | Eine Kegelform, deren Spitze abgeschnitten ist | Trinkglas, Blumentopf, Eimer |
| Pyramide | Eine Grundfläche und mehrere dreieckige Seitenflächen, die zu einer Spitze zusammenlaufen. | Pyramide, bestimmte Dächer, vereinfachte Gebäudeformen |
| Prisma | Zwei gleichartige, parallele Flächen werden durch Seitenflächen verbunden. | Dachform, Gebäude, geometrische Körper |
Ein Gegenstand muss dabei nicht tatsächlich aus perfekten geometrischen Körpern bestehen. Die Grundkörper sind vielmehr ein gedankliches Konstruktionsgerüst. Ein Apfel ist keine perfekte Kugel und eine Tasse kein perfekter Zylinder. Trotzdem kann der jeweilige Grundkörper helfen, Proportionen, Perspektive, Volumen und Licht und Schatten besser zu verstehen. Gerade beim Zeichnenlernen ist deshalb die Frage hilfreich: Welcher einfache räumliche Körper steckt hinter der Form, die ich zeichnen möchte?
Grundkörper sehen üben
Ein wichtiger Schritt beim Zeichnen besteht darin, Grundkörper in Gegenständen wiederzuerkennen. Nehmen wir eine einfache Kaffeetasse. Auf den ersten Blick ist sie ein einzelner Gegenstand. Beim genaueren Beobachten kann man sie jedoch zerlegen:
- Körper = Zylinder
- Öffnung = Ellipse
- Henkel = gebogene beziehungsweise ovale Form
- Boden = Ellipse
- Schatten = zusätzliche Form auf der Oberfläche
Man muss die Tasse natürlich nicht tatsächlich aus diesen geometrischen Formen zusammensetzen. Die Vereinfachung hilft aber dabei, ihre räumliche Struktur zu verstehen.
Auch eine Flasche lässt sich zunächst vereinfachen. Man könnte sie beispielsweise als Kombination aus folgenden Körpern betrachten: Zylinder + Kegel (umgedreht) + Zylinder
Anschließend werden die Übergänge verändert und die tatsächliche Form des Gegenstands beobachtet. So entsteht ein wichtiger Ablauf: Grundform → Konstruktion → genaue Kontur → Licht und Schatten → Details
Grundformen helfen bei den Proportionen
Grundformen sind eng mit dem Thema Proportionen verbunden. Bevor man einen Gegenstand detailliert zeichnet, kann man zunächst seine grundlegenden Größenverhältnisse bestimmen. Bei einem Zylinder fragt man beispielsweise:
- Wie hoch ist er?
- Wie breit ist er?
- Wie groß ist die obere Ellipse?
- Wie groß ist die untere Ellipse?
- Wie verändert sich die Form durch die Perspektive?
Bei einem Würfel oder Quader kann man entsprechend Höhe, Breite und Tiefe vergleichen. Dadurch wird die Zeichnung zunächst als einfaches räumliches Gerüst aufgebaut. Erst wenn dieses Gerüst stimmt, lohnt es sich, Details hinzuzufügen.
Grundkörper und Perspektive
Grundkörper eignen sich besonders gut, um Perspektive zu lernen. Ein Würfel zeigt beispielsweise sehr deutlich, dass parallele Kanten in einer perspektivischen Darstellung nicht unbedingt parallel erscheinen. Auch bei einem Zylinder verändert sich die Form der Ellipsen abhängig vom Blickwinkel. Wenn man einen Gegenstand von oben betrachtet, erscheint die Öffnung eines Glases stärker geöffnet, direkt von oben sogar kreisrund. Betrachtet man das Glas fast auf Augenhöhe, wird die Ellipse schmaler. Das betrifft nicht nur für die Oberseite der Tesse, sondern auch für den Fuß. Das gleiche Prinzip gilt für Teller, Schalen, Dosen und viele andere Gegenstände. Eine Ellipse ist genaugenommen ein in den Raum gekippter Kreis.
Deshalb ist die Übung mit Grundkörpern eine gute Vorbereitung auf das perspektivische Zeichnen.
Grundkörper mit Licht und Schatten
Grundkörper sind auch für das Verständnis von Licht und Schatten wichtig. Eine Kugel hat andere Schattenverläufe als ein Würfel. Ein Zylinder besitzt wiederum andere Hell-Dunkel-Verteilungen. Man kann deshalb mit wenigen einfachen Körpern sehr viel lernen. Zum Schattieren von einfachen Körper muss man festlegen, wo die Lichtquelle sein soll. Mehr zum Thema Schattieren.
- Kugel: Bei der Kugel verlaufen die Tonwerte weich und rund um die Form.
- Würfel: Beim Würfel entstehen deutlich abgegrenzte Flächen mit unterschiedlichen Helligkeiten.
- Zylinder: Beim Zylinder verändert sich die Helligkeit kontinuierlich von hell nach dunkel und folgt dabei der Rundung.
Diese Unterschiede helfen dabei, die Beziehung zwischen Form, Licht und Schatten zu verstehen.
Übungen mit Grundformen und Grundkörpern
Die erste Übung kann man fast überall durchführen. Schaue Dich um und betrachte die Gegenstände. Stell dir folgende Frage: Welche Grundformen erkenne ich darin? Zum Beispiel:
Tasse: Zylinder + Ellipsen
Flasche: Zylinder + Kugel/Kegel
Buch: Quader
Apfel: Kugel
Lampe: Zylinder + Kegel
Stuhl: Quader + Zylinder
Haus: Quader + Prisma
Zeichne zunächst nur diese vereinfachten Formen. Danach veränderst du die Konturen Schritt für Schritt, bis der Gegenstand erkennbar wird.
Eine weitere einfache Übung besteht darin, nur drei Körper zu zeichnen: Kugel – Würfel – Zylinder. Konstruiere sie aus Quadraten bzw. Rechtecken, Kreisen und Ellipsen. Stell Dir eine Lichtquelle vor und zeichne zunächst nur ihre äußeren Formen. Anschließend ergänzt du die Schatten. Versuche zunächst nicht, möglichst viele Grautöne zu verwenden. Suche stattdessen die großen Bereiche: nur hell, mittel und dunkel. Danach kannst du die Übergänge verfeinern.
So lernst du gleichzeitig Form, räumliche Wirkung und Schattierung.
Grundformen frei zeichnen
Grundformen müssen nicht immer mit Lineal oder Zirkel gezeichnet werden. Gerade beim Freihandzeichnen ist es sinnvoll, sie regelmäßig ohne Hilfsmittel zu üben. Die erste Übung für Einsteiger ist daher immer, überhaupt ein paar Formen zu zeichnen. Zeichne beispielsweise:
- 20 Kreise
- 20 Ellipsen
- 10 Quadrate
- 10 Dreiecke
Die einzelnen Zeichnungen müssen nicht perfekt sein. Wichtiger ist, dass du lernst, Formen sicher und ohne lange nachzudenken anzulegen. Mit der Zeit entwickelt sich dadurch ein besseres Gefühl für Proportionen und räumliche Formen.
Übung: Grundformen beim Stillleben
Ein Stillleben eignet sich besonders gut, um das Prinzip zu üben. Stelle beispielsweise ein Glas, eine Flasche und einen Apfel auf einen Tisch. Bevor du mit dem eigentlichen Zeichnen beginnst, kannst du die Gegenstände vereinfachen:
Glas → Zylinder
Flasche → Zylinder + weitere Grundformen
Apfel → Kugel
Anschließend überprüfst du die Proportionen und die Positionen der Grundkörper zueinander. Erst danach zeichnest du die tatsächlichen Konturen. Auf diese Weise wird ein scheinbar kompliziertes Stillleben überschaubar.
Beim Vereinfachen sollte man allerdings aufpassen. Eine echte Tasse ist kein perfekter Zylinder. Ein Apfel ist keine perfekte Kugel. Eine Flasche besteht nicht einfach aus zwei oder drei geometrischen Körpern.
Die Grundkörper sind nur ein Hilfsmittel zur Analyse. Nach der Konstruktion muss man deshalb wieder genau beobachten:
- Wo weicht die Form von dem Grundkörper ab?
- Wo ist die Oberfläche unregelmäßig?
- Wo verändert sich die Kontur?
- Wo sind Kanten abgerundet?
- Wo entstehen Übergänge?
Gerade diese Abweichungen machen einen Gegenstand individuell.
Giorgio Morandi und die Kunst der einfachen Formen
Ein besonders schönes Beispiel für den bewussten Umgang mit einfachen Formen ist der italienische Künstler Giorgio Morandi (1890–1964). Sein Werk besteht zu einem großen Teil aus Stillleben mit scheinbar unspektakulären Gegenständen: Flaschen, Vasen, Dosen, Schalen und Gefäßen. (Hinweis: leider darf ich aus urheberrechtlichen Gründen an dieser Stelle kein Bild von Morandi zeigen)
Morandi arrangierte diese Gegenstände immer wieder neu und malte sie in unterschiedlichen Größen, Abständen und Kombinationen. Dabei ging es ihm weniger darum, die Gegenstände möglichst detailgetreu wiederzugeben. Vielmehr interessierten ihn die Formen, Zwischenräume, Proportionen, Farben und Lichtverhältnisse. Viele seiner Gefäße wirken wie einfache geometrische Körper: Zylinder, Quader, Kegel oder Kugeln. Gleichzeitig sind sie keine perfekten geometrischen Formen. Morandi beobachtete ihre tatsächliche Form sehr genau und vereinfachte sie auf eine ruhige, fast abstrakte Weise.
Morandis Stillleben zeigen sehr anschaulich, wie man einen Gegenstand beim Zeichnen zunächst vereinfacht betrachten kann. Eine Flasche kann zunächst als Zylinder gesehen werden. Eine Schale kann aus einer Ellipse und einem einfachen Körper bestehen. Eine Dose ähnelt einem Zylinder. Erst danach werden die individuellen Merkmale des jeweiligen Gegenstands berücksichtigt.
Noch wichtiger ist jedoch die Beziehung zwischen den Formen. Morandi zeigt, dass nicht nur die einzelnen Gegenstände wichtig sind. Ebenso entscheidend sind:
- ihre Proportionen
- ihre Abstände
- ihre Überlagerungen
- die Zwischenräume
- ihre Position innerhalb des Bildes
- das Verhältnis von Licht und Schatten
Damit führt Morandis Werk direkt zu einer wichtigen Erkenntnis beim Zeichnenlernen: Ein Stillleben besteht nicht nur aus einzelnen Gegenständen. Es besteht aus Beziehungen zwischen Formen. Genau deshalb eignet sich Morandis Werk so gut als Beispiel für das Zeichnen mit Grundformen. Seine Bilder zeigen, wie aus wenigen einfachen Formen durch genaue Beobachtung, eine bewusste Anordnung und subtile Unterschiede ein ausdrucksstarkes Bild entstehen kann.
Wer ein Stillleben zeichnet, kann daher zunächst versuchen, die Gegenstände auf ihre Grundformen zu reduzieren. Erst wenn diese Formen, Größenverhältnisse und Abstände stimmen, werden Konturen, Oberflächen und Details ausgearbeitet. Morandis Kunst macht deutlich: Vereinfachung bedeutet nicht, weniger genau zu beobachten. Im Gegenteil – sie kann helfen, genauer hinzusehen.
Der Kubismus
Der Kubismus ist eine revolutionäre Stilrichtung der modernen Kunst. Er entstand um 1907 in Frankreich durch Pablo Picasso und Georges Braque. Statt die Natur realistisch abzubilden, zerlegten die Künstler Gegenstände in geometrische Grundformen wie Würfel, Kegel oder Zylinder und zeigten mehrere Perspektiven gleichzeitig.
Die Kubisten wollten die sichtbare Welt nicht einfach so darstellen, wie sie von einem einzigen Standpunkt aus erscheint. Sie zerlegten Gegenstände und Figuren gedanklich in geometrische Formen und Flächen und setzten diese anschließend neu zusammen. Ein Gegenstand wie eine Flasche, ein Instrument oder ein Gesicht wird dadurch nicht mehr als geschlossene, naturgetreu wiedergegebene Form dargestellt. Stattdessen kann man verschiedene Flächen, Kanten und geometrische Grundformen erkennen.
Die Grundformen werden jedoch nicht nur als unsichtbares Konstruktionsgerüst verwendet, sondern sichtbar gemacht und bewusst verändert. Dadurch wird deutlich, dass Zeichnen nicht nur bedeutet, eine äußere Kontur möglichst genau abzuzeichnen. Man kann einen Gegenstand auch analysieren, vereinfachen und aus verschiedenen Formen neu aufbauen.
Fazit: Vom Einfachen zum Komplexen
Das Zeichnen mit Grundformen folgt einem einfachen Prinzip:
vereinfachen → konstruieren → überprüfen → verfeinern
Dieser Ablauf verhindert, dass man sich zu früh in Details verliert. Wer beispielsweise einen Apfel zeichnet, muss nicht sofort jede kleine Unebenheit der Schale darstellen. Zuerst sollte die grundlegende Form stimmen. Danach kommen Stiel, Vertiefung, Oberfläche, Licht und Schatten. So kann aus einer einfachen Kugelform Schritt für Schritt eine überzeugende Zeichnung entstehen.
Grundformen sind kein Selbstzweck. Sie helfen dabei, komplexe Formen zu verstehen und sicher zu zeichnen.
Wer Kreis, Ellipse, Kugel, Würfel, Quader, Zylinder und Kegel beherrscht, verfügt über ein einfaches geometrisches Vokabular, mit dem sich viele Gegenstände analysieren lassen. Dabei sollte man zwei Dinge miteinander verbinden:
Vereinfachen und genau beobachten.
Die Grundform gibt das Gerüst vor. Die genaue Beobachtung zeigt anschließend, wie der tatsächliche Gegenstand davon abweicht. Wer regelmäßig Grundformen zeichnet, trainiert deshalb gleichzeitig Formverständnis, Proportionen, Perspektive, räumliches Denken sowie Licht und Schatten. Und genau darin liegt ihr großer Wert für das Zeichnenlernen: Aus wenigen einfachen Formen lässt sich fast die gesamte sichtbare Welt Schritt für Schritt aufbauen.
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