Ölmalerei - Ölbilder malen (online Tutorial, Anleitung)

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Keilrahmen

Keilrahmen bauen
Keilrahmen bauen

Ein Keilrahmen ist ein meist hölzerner Rahmen, auf dem ein Bildträger (Leinwand, Nessel, Jute etc.) mit Reisszwecken oder Tackerklammern befestigt ist. Im Gegensatz zu fest verklebten oder verschraubten Holzrahmen sind die Ecken mit Nut und Feder ineinander geschoben. Mit Hilfe von Holzkeilen, die man in die Schlitze an den Ecken einsetzt, (daher der Name "Keilrahmen") kann man den Rahmen später nachspannen, wenn das befestigte Gewebe an Spannung verliert. Keilrahmen eignen sich als Bildträger für Ölmalerei, Gouache, Tempera, Acryl, aber auch für Aquarellmalerei. Heutzutage werden auch Fotos oder bedruckte leinwande auf Keilrhamen aufgezogen.

Man kann bespannte und grundierte Keilrahmen im Künstlerbedarf-Fachhandel kaufen - oder sie selber zusammenbauen. Beides hat Vor- und Nachteile. Als Faustregel gilt: je größer der Rahmen, desto kostengünstiger der Eigenbau.

Profil der Keilrahmenleisten

Das Profil einer Keilrahmenleisten hat an einer Kante eine rund gewölbte Erhöhung, die ca. 2-4 Millimeter absteht. Dieser runde Grat bildet die äußere Kante des Rahmens, über die die Leinwand gespannt wird. Dank der Erhöhung liegt der stramm gespannte Bildträger nicht auf der Holzleiste auf - sonst würde beim Malen durch den Druck des Pinsels eine störende Kante auf der Bildfläche entstehen.

Funktionsweise des Keilrahmens
Funktionsweise des Keilrahmens: aufgespannte Leinwand liegt nicht auf

Keilrahmenleisten-Ecken

Die Ecken von Keilrahmenleisten sind so bearbeitet, dass man sie stramm ineinander schieben kann.

Keilrahmen-Ecke (von innen gesehen)
Keilrahmen-Ecke (von innen gesehen)
Keilrahmen-Ecke (von außen gesehen)
Keilrahmen-Ecke (von außen gesehen)

Stabilität gewinnt der Keilrahmen dann durch die Bespannung. Mit Hilfe von Hartholz-Keilen kann man den Rahmen nachspannen. Die mit einem Hammer hineingetriebenen Keile drücken die Leisten auseinander.

Keile in der Ecke eines Keilrahmens
Keile in der Ecke eines Keilrahmens

Verschiedene Leisten-Arten

Es gibt eine Reihe verschiedener Leistenprofile für Keilrahmen, die nicht miteinander kompatibel sind. Ja nach Hersteller und Region werden verschiedene Hölzer benutzt. Aber vor allem unterscheiden sich die Profile der Leisten - sowohl hinsichtlich ihrer Maße als auch hinsichtlich der Höhe von Nut und Feder an den Ecken.

Leistenprofil eines Keilrahmens
Leistenprofil eines Keilrahmens

Die Qualität eines Keilrahmens liegt letztlich in der Qualität des Holzes. Holz arbeitet (reagiert auf die Luftfeuchtigkeit) und kann sich im Laufe der Jahre verziehen. Je länger das Holz lagert, um so größere die Wahrscheinlichkeit, dass gerade Leisten auch gerade bleiben.

Häufig werden bei Keilrahmen zwei Holzleisten mit gegenläufiger Maserung aneinander geleimt. Die natürliche Spannung des Holzes wird so neutralisiert. In 90% der Fälle gelingt das auch ganz gut, aber wenn man Leisten für Keilrahmen kauft oder bestellt, wird man feststellen, dass immer mal die eine oder andere nicht wirklich gerade ist. Je größer das Format, um so stärker wirkt sich das aus. Eine verzogene Leinwand steht einfach an einer Ecke von der Wand ab.

Es empfiehlt sich, einen eigenen Vorrat an Keilrahmenleisten zu haben und diese wenigstens ein Jahr lang trocken zu lagern. Wenn man dann geeignete Leisten für ein neues Bild heraussucht, kann man die Spreu vom Weizen trennen und nur die wirklich gute Leisten benutzen.

Keilrahmen selber zusammenbauen

Bei kleinen Bildformaten - ungefähr bis 50 x 50 cm - lohnt sich der Selbstbau kaum. Denn man bekommt fertig bespannte und grundierte Keilrahmen bereits für wenige Euro im Künstlerbedarfshandel. Bei größeren Formaten ändert sich das: Die Kosten für Leisten, Leinwand oder Baumwolle und die Grundierung sind deutlich geringer als bei vergleichbaren vorgefertigten Bildträgern. Der Arbeitsaufwand für das Zusammenbauen, Bespannen und Grundieren liegt bei etwa 30 Minuten pro Leinwand. Hinzu kommt die größere Kontrolle über die Qualität: vor allem bei der Grundierung kann man beim Selbstbau mehr Einflussmöglichkeiten.

Zum Bau eines Keilrahmens benötigt man neben den Leisten nur einen Hammer und einen Tacker (ca. 30 Euro). Ein Stück Holz ist empfehlenswert, um die Leisten bei Zusammenhammern nicht zu beschädigen.

Keilrahmen selber zusammenbauen: Material und Werkzeug
Keilrahmen selber zusammenbauen: Material und Werkzeug

Wie es genau geht, wird in der Anleitung "Keilrahmen selber bauen Schritt für Schritt" beschrieben (Dauer des Zusammenbaus ca. 3-5 Minuten). Hier ein Video, dass den Vorgang veranschaulicht:

Keilrahmen selber bauen
Keilrahmen selber bauen
Bitte anklicken, um das Youtube-Video zu laden.

Nach dem Zusammenbau folgt das Aufspannen der Leinwand bzw. in diesem Fall eines Baumwollgewebes (das genau so gut geeignet ist):

Leinwand auf Keilrahmen spannen
Leinwand auf Keilrahmen spannen
Bitte anklicken, um das Youtube-Video zu laden.

Anschließend wird die Leinwand (auf keilrahmen) grundiert. Dafür ist eine 1 : 1 Mischung aus Grundierfarbe und Acryl-Binder gut geeignet:

Leinwand grundieren
Leinwand grundieren (auf Keilrahmen) für Öl, Acryl, Tempera oder Gouache
Bitte anklicken, um das Youtube-Video zu laden.

Keilrahmen kaufen - was beachten?

Folgt ...

Siehe auch

Keilrahmen im Atelier
Keilrahmen im Atelier