Kunstunterricht Schule, Kunstgeschichte für Einsteiger

Übersicht über die Stilepochen

Übersicht über die kunstgeschichtlichen Epochen von ca. 950 bis 1900
Übersicht über die kunstgeschichtlichen Epochen von ca. 950 bis 1900.

Als erste "gesamteuropäische Epoche" gilt die Romanik, die ungefähr ab 950 begann. Andere, vorherige oder außereuropäische Kunststile und Kulturen werden hier nicht betrachtet - das soll aber natürlich keine qualitative Abwertung sein. Es ist nur eben ein anderes Thema.

Wenn man versucht, die Stilepochen seit 950 bis zum 19. Jahrhundert mit Adjektiven, also typischen Merkmalen bzw. Eigenschaften zu umschreiben, dann fällt auf, dass es viele gegensätzliche Adjektive gibt. Ich habe die Kunstgeschichte daher in zwei Spalten angeordnet. Die jeweils folgende Epoche folgt quasi immer in der anderen Spalte - es ist also ein ständiges Hin- und Herwechseln zwischen verschiedenen Ideen und Wertvorstellungen. Die folgende Übersicht zeigt diese Entwicklung der einzelnen Epochen als übersichtliche Grafik. Sie veranschaulicht, dass man eine grobe Unterteilung in zwei Lager vornehmen kann:

Das folgende Video zeigt einen Ausschnitt aus meinem Online-Kunst-Unterricht zu diesem Thema:

Stilepochen Übersicht (Video)
Bitte anklicken, um das Youtube-Video zu laden.

Arbeitsblatt Kunstgeschichte Übersicht Stilepochen (Schule)

Arbeitsblatt Kunstgeschichte: Übersicht Stilepochen
Arbeitsblatt Kunstgeschichte:
Übersicht Stilepochen

Wer an meinem Online-Kunstunterricht teilnimmt, hat hier die Möglichkeit, das Arbeitsblatt herunterzuladen:

 

 

Die Nutzung ist kostenfrei für Schüler und Kunstlehrer im schulischen Kontext. Auch Interessierte dürfen die Arbeitsblätter ohne Nachfrage für private Zwecke nutzen. Eine kommerzielle Nutzung ist ausgeschlossen bzw. bedarf der schriftlichen Zustimmung.

Kurzbeschreibung der Stilepochen

Die Romanik ist vor allem ein Architektur-Stil. Ihre wesentlichen Merkmale lassen sich an Gebäuden, vorwiegend Kirhcenbauten, ablesen. Der Begriff "Romanik" lässt erkennen, dass sich dieser Stil vor allem auf die römische Antike bezieht. Wesentliche Stilelemente wie Rundbogen, Säulen, dreischiffige Basilika, und Gewölbebau gehen auf das antike Rom zurück.

Während die Romanik solide, erdbezogen, sachlich und nüchtern ist, ändert sich das Wertesystem mItte des 13. Jahrhunderts grundlegend. Ausgehend von einigen französischen Klöstern entwickelt sich ein Stil, der die Menschen emotional vereinnahmen soll: aufstrebend, dynamisch und voller Licht (Glasfenster): die Gotik.

Gotik

Die Baumeister der Gotik wollten gewaltige Kirchen bauen - allerdings ohne Wände. Anstelle der dunklen, kalten, abweisenden Wände sollte der Kirchenraum lichtdurchflutet sein. Dort, wo bis dahin Wände für Stabilität sorgten, traten nun die farbigen Glasfenster, die den Kirchenraum mit farbigem Licht illuminierten. Wesentliche Stilelemente ist neben den Spitzbogenfenstern die aufstrebende Skelettbauweise. Wer einmal eine gotische Kathedrale von innen erlebt hat, kann sich vorstellen, welche überwältigende emotionale Erfahrungen diese Kirchen bei den Menschen der damaligen Zeit ausgelöst haben müssen. Zwischen 1200 und 1250 wurden sehr viele gewaltige Kathedralen begonnen, an denen oft Jahrhunderte gearbeitet wurde.

Frührenaissance

Während die Gotik von Frankreich ausging, entwickelte sich um 1350 in Norditalien ein neues Wertesystem: die Renaissance. Die ersten Jahrzehnte werden als Frührenaissance bezeichnet: hier wurden die theoretischen und praktischen Grundlagen für die weitere Entwicklung gelegt. Neu war zum Beispiel, dass der Künstler als Mensch immer wichtiger wurde: so sind uns die meisten Künstler erst ab der Frührenaissance namentlich bekannt. Den Übergang bilden ein Künstler, der bahnbrechend war: Giotto die Bondone.

Giotto und die darauf folgenden Künstler veränderten die bis dahin üblichen bilbnderischen Konventionen. Zum einen führten sie die Individualität ins Bild ein - Menschen wurden zu emotionalen Wesen, was sich an Gesten und Mimiken zeigte. Zum zweiten entwickelten sie Methoden, um auf der zweidimensionelen Bildfläche eine dreidimensionale Raumillusion zu erzeugen.

Der "Bildraum als Illusionsraum" wurde zu einem wesentlichen Qualitätskriterium der folgenden Jahrhunderte, mit unterschiedlichen Ausprägungen in verschiedenen Epochen und Regionen. Erst die Erfindung der Fotografie in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stellte dieses Dogma in Frage. Und ab Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelten sich zahlreiche Strömungen, die die Bildfläche anders auffassten. Zu den herausragenden Vetretern gehören Donatello, Lorenzo Ghiberti, Leon Battista Alberti, Massaccio und Paolo Ucello.

(Hoch-) Renaissance

Ausgehend von Norditalien verbreiteten sich die neuen "Ideen und Werte" während der Hochrenaissance über ganz Europa. Da Kunst (Bildende Kunst, Skulptur und Architektur) zu einem wesentlichen Machtsymbol aufstieg, wurden seither zahlreiche Künstler gefördert, die heute weltberühmt sind, z.B. Leonardo da Vinci, Sandro Botticelli, Michelangelo, Raphael, Albrecht Dürer, Hans Holbein und viele mehr.

Manierismus (Spätrenaissance)

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Wann beginnt und wann endet eine Stilepoche?

Der Beginn und das Ende einer Epoche kann man sich nicht als punktuellen Termin vorstellen. Es war ja nicht so, dass sich die Menschen an Silvester getroffen und gesagt hatten: Ab morgen beginnt die Renaissance! Die kunsthistorische Erfassung von unterschiedlichen Merkmalen und die darauf basierende systematische Einteilung in Stilepochen wurde ja immer erst jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte später vorgenommen. Der erste, der diese Art von Einteilung unternommen hat, war Giorgio Vasari (1511 bis 1574). Um seine eigene Malerei abzugrenzen, beschrieb Vasari seine Zeit als den "Manierismus". Auch die Bezeichnungen für die davor liegenden Epochen "Gotik" und "Renaissance" stammen von Vasari. Er ist darüber hinaus für die Kunstgeschichte von erheblicher Bedeutung, weil er eine Art Künstlerverzeichnis geführt hat, in dem er viele biografische Daten berühmter Künstler erfasste und damit für die Nachwelt überlieferte.

Diese Seiten bieten einen Einstieg in die Kunstgeschichte. Da ich seit August 2020 Kunstlehrer an einem Gymnasium bin, möchte ich vor allem interessierten Schülerinnen und Schülern eine Übersicht über wichtige Stilepochen und die herausragenden Künstler und Werke bieten. Da es sich nur um Grundkurse Kunst bzw. Klassen mit nur einer Stunde Kunst pro Woche handelt, habe ich vieles verkürzt und vereinfacht. Ziel ist es, mit wenig Aufwand einen möglichst guten Überblick zu gewinnen. So nach dem Motto: "Jede Woche 'ne Epoche!"

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