Das Schicksal der Andersgläubigen (Erasmus nach Poussin) | Ölmalerei von Martin Mißfeldt

Das Schicksal der Andersgläubigen (Erasmus nach Poussin)

Das Schicksal der Andersgläubigen (Erasmus nach Poussin)
Das Schicksal der Andersgläubigen (Erasmus nach Poussin)
Ölmalerei, März 2022 , Größe: 170 x 100 cm
Preis auf Anfrage
Dieses Bild gehört in die Website-Galerie: Neue Bilder: Ölmalerei, Aquarelle, halb-abstrakt, expressiv

Bildbeschreibung

Dieses große Ölgemälde basiert auf der Vorlage "Das Martyrium des heiligen Erasmus" von Nicolas Poussin aus dem Jahre 1628. Meine Version ist in neo-pointilistischem Stil gemalt, bestehend aus vielen farbigen Punkten. Das Bild erinnert daher an einen Farbsehtest - vor allem aus der Nahdistanz (2-4 Meter Betrachter-Entfernung). Je weiter man sich entfernt, um so mehr setzen sich die einzelnen Farbpunkte zu einem Gesamteindruck zusammen.

Work in Progress: Vorbereitung der Leinwand
Work in Progress: Vorbereitung der Leinwand
Interessanterweise profitiere ich als kurzsichtiger Brillenträger dabei: wenn ich die Brille absetze, stellt sich der Effekt schon ab ca. 2 Metern Entfernung ein. Wobei ich inzwischen festgestellt habe, dass es letztlich doch noch etwas anders ist: während das Vermischen der Farbpunkte mit Brille dazu führt, dass das Bild insgesamt heller wird (so ähnlich, als wenn man es mit Photoshop am PC simuliert), zeigt sich beim Absetzen der Brille, dass der weiße Zwischenraum quasi vom Auge herausgerechnet wird. Das Bild ohne Brille zu betrachten führt also dazu, dass es viel farbiger, satter und etwas dunkler wird. Warum das so ist, ist mir bislang noch unklar. Offenbar wird das Weiß durch einen natürlichen Mechanismus im Auge "herausgerechnet", und die Farben der Punkte vermischen sich dann an den Rändern (bzw. in den weißen Zwischenräumen) direkt miteinander.

Kurzum: das Bild wird ohne Brille spannender, interessanter. Im Grunde mache ich Kunst für Kurzsichtige.

Work in Progress: Farbige Punkte mit Öl auf Leinwand
Work in Progress: Farbige Punkte mit Öl auf Leinwand
Warum der heilige Erasmus? Warum ein Barockbild von Poussin als Vorlage? Ersteres ist recht einfach: nach dem ganzen Corona-Gezerre und den vielfältigen Anfeindungen im Laufe der Debatte wollte ich eine Serie mit Märtyrern malen. Dieser bedingungslose Glaube an die eine Wahrheit (egal welche) ist erschütternd. Genauso erschütternd wie der Eifer, mit dem "Andersgläubige" verfolgt und diffamiert werden. Märtyrer-Bilder führen vor Augen, das es immer mindestens zwei Arten der Betrachtung gibt. Warum können die Verfolger nicht einfach ein wenig mehr Toleranz entwickeln? Und warum kann der Verfolgte nicht ein wenig nachgeben, um des lieben Friedens willen. Warum muss die Sache so eskalieren. Übrigens: aus dieser Sichtweise resultiert auch, dass diese ganze Gesundheitsdiskussion inzwischen zu einer Art Glaubenskrieg geworden ist.

Was eigentlich als Serie gedacht war, ist zur Zeit inhaltlich etwas in den Hintergrund getreten. Die Serie mit dem Bruegel-Vorlagen und das barocke Motiv der Realitätsflucht interessieren mich zur Zeit mehr. Aber wer weiß ... Vielleicht ändert sich im Herbst wieder einiges. Ich hatte noch nie so wenig Vertrauen in die Zukunft wie heute.

Bild-Details

Das Martyrium des Erasmus nach Poussin
Das Martyrium des Erasmus nach Poussin
Das Martyrium des Erasmus nach Poussin Ölgemaelde (Neopointilismus) (Detail 2) Engel: Viele farbige Punkte (Neopointilismus) Ölgemaelde mit Punkten (Neopointilismus) Neopointilismus: Malerei mit Farbpunkten

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