Der Blindensturz (nach Pieter Bruegel) Neo-Pointilismus | Ölmalerei von Martin Mißfeldt

Der Blindensturz (nach Pieter Bruegel) Neo-Pointilismus

Der Blindensturz (nach Pieter Bruegel) Neo-Pointilismus
Der Blindensturz (nach Pieter Bruegel) Neo-Pointilismus
Ölmalerei von Martin Mißfeldt, 11. Februar 2022 .
Technik: Öl auf Leinwand - Größe: 90 x 160 cm
Preis: 5600,00 Euro (inkl. Mwst., ohne Versand) - Bei Interesse hier klicken!
Dieses Bild gehört in die Website-Galerie: Neue Bilder: Ölmalerei, Aquarelle, halb-abstrakt, expressiv

Bildbeschreibung

Dieses Ölbild wurde inspiriert durch das berühmte Gemälde "Der Blindensturz" (auch "Das Gleichnis von den Blinden") von Pieter Bruegel d.Ä. Es zeigt sechs blinde Bettler, die in einer fallenden Bewegung sind. Die rechte Person ist bereits in eine dunkle Grube gefallen - und weil sich alle aneinander klammern, reist jeder den anderen mit sich herab in die Tiefe.

Das Bild habe ich erneut im neo-poiuntilistischen Stil gemalt. Es besteht aus fein differenzierten farbigen Punkten, die an Farbtafeln erinnern, die einst der japanische Augenarzt Shinobu Ishihara ersonnen hat, um eine Rot-Grün-Schwäche des Auges zu diagnostizieren. Bei mir geht es allerdings nicht (mehr) um Farbsehschwächen, als vielmehr um Sehschärfe.

Ich bin Brillenträger. Mir ist beim Malen schon vor einiger Zeit aufgefallen, dass meine visuelle Erafhrung vollkommen anders ist, wenn ich meine eigenen Bilder mit oder ohne Brille betrachte. Wenn man als Kurzsichtiger die Brille absetzt, verschwimmt normalerweise das visuelle Bild. Je nach Stärke bis zur Unkenntlichkeit. Das ist bei mir mit ca. -3.5 Dioptrien natürlkich auch der Fall. Aber: bei meinen Punktebildern ist das anders. Sie werden schärfer - bzw.: besser erkennbar, wenn ich die Brille absetze. Bei mir ist der Effekt in rund 3-4 Metern Entfernung am größten. In dieser Sehdistanz verschwimmen die weißen Zwischenräume, und die farbigen Punkte vermischen sich zu einer zusammenhängenden Fläche. Das führt dazu, dass das Bildmotiv viel klarer wird. Zwar unscharf, aber eindeutig. Und dann übernimmt die visuelle Erinnerung die Bild-Kontrolle. Ich erkenne in der unscharfen Farbmasse plötzlich Deteils, die gar nicht da sind. Dennoch sehe ich sie, weil ich sie einfach erinnere.

Das erste mal wurde mir das Ganze bewusst, als ich Aquarelle im neo-pointilistischen Stil gemalt hatte, die ebenfalls auf kunsthistorischen Vorbildern basieren. Da diese Aquarelle jedoch kleiner waren, habe ich sie viel seltener ohne Brille überprüft, so wie ich das sonst bei großen Ölbildern mache. Aber irgendwann habe ich dann meine Aquarelle an die Pinnwand gehängt und angeschaut, und da fiel es mir auf. Die Bilder wurden schärfer und details wurden sichtbar, die gar nicht da waren. Ich glaube, besonders stark war der Effekt bei Hieronymus Holzschuher. Verrückt ...

Warum dieses Motiv? Der Blindensturz von Pieter Bruegel d.Ä. (1568) ist hochaktuell. Die Wissenschaft wird von vielen zur Religion verklärt, mit Untergangsszenario, Heilsversprechen, Ketzer-Warnungen und Propheten. Demgegenüber stehen die Skeptiker und Andersgläubigen. Dabei muss man damals wie heute darauf achten, den Durchblick zu behalten. Wer nicht hinsieht - und nachdenkt - läuft Gefahr, als Blinder anderen Blinden zu folgen und in den Abgrund gerissen zu werden. Im Hintergrund verschwindet die Kirche im Unklaren ...

Bild-Details

Häuser und Blinde, Neo Pointilismus (Detail 1)
Häuser und Blinde, Neo Pointilismus (Detail 1)
Häuser und Blinde, Neo Pointilismus (Detail 1) Blinde, Farbige Punkte (Detail 2) Blindensturz Bruegel (Detail 3) Dorfkirche (Detail 4) Neo Pointilismus (Detail 5)

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