Hell-Dunkel-Kontrast (Bilder, Fotos)

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Hell-Dunkel-Kontrast: spannende Bilder

Hell-Dunkel-Kontrast
Hell-Dunkel-Kontrast

Der Begriff Kontrast bedeutet so viel wie "Gegensatz". Wenn zwei Dinge, die verschieden sind, in der Wahrnehmung aufeinander treffen, spricht man von einem Kontrast. Der "härteste", eindeutigste Kontrast ist der Hell-Dunkel-Kontrast. Die extremste Form eines Hell-Dunkel-Kontrastes sind eine Weiße und eine schwarze Fläche, die gegeneinander stoßen (auch "Schwarz-Weiss-Kontrast").

Wenn man in der Fotografie von Kontrast (an sich) spricht, meint man in aller Regel den Hell-Dunkel-Kontrast. Auf Fotos geht es in aller Regel nicht um abstrakte Formen und Flächen, sondern um konkrete Gegenstände und Szenerie aus der sehbaren Wirklichkeit. Hier werden Hell und Dunkel durch Licht und Schatten erzeugt. Je dunkler die Schattenpartien, und je heller die beleuchteten Zonen, um so stärker ist der Hell-Dunkel-Kontrast.

Der Hell-Dunkel-Kontrast ist eine der ältesten und fundamentalsten Arten, um als Künstler in Bildern nicht nur Klarheit, sondern auch Spannung zu erzeugen.

Hell-Dunkel-Kontrast in Zeichnungen

Zeichnungen, zumindest Schwarz-Weiß-Zeichnungen, (Bleistiftzeichnungen, Kohlezeichnungen etc.) leben im Grunde nur vom Hell-Dunkel-Kontrast. Gerade die differenzierte Modulation der Grauwerte zwischen Hell und Dunkel - zwischen Licht und Schatten - erlauben eine schier endlose Gestaltungsvielfalt. Beim Zeichnen bearbeitet man in der Regel nur Schatten - zumindest wenn man auf einem weißen Blatt Papier arbeitet. Denn das Weiß ist quasi die hellste Lichtreflexion im Bild. Um diese Lichtreflexe herum zeichnet man die Gegenstände, indem man sich ins Dunkel hineinwebt. Die folgende Zeichnung von Martin Mißfeldt stammt aus dem Jahr 2000:

Bleistiftzeichnung: Der Jaguar aus Jena
Bleistiftzeichnung: Der Jaguar aus Jena (Martin Mißfeldt, 2000, 50 x 70 cm)

Blickführung mit Hilfe von Licht und Schatten

Beim Komponieren von Bildern bemühen sich Künstler stets, den Blick des Betrachters zu fesseln, indem sie ihn quasi ununterbrochen über das Bild wandern lassen. Solche vertiefenden Blickbewegungen zu erzeugen, nennt man Komposition. Hierbei bietet der Hell-Dunkel-Kontrast viele Möglichkeiten: Die hellsten Flächen (manchmal auch die Dunkelsten) dienen dabei als Eyecatcher. Das Auge erfasst sie am schnellsten und fokussiert darauf. Von hier aus kann man dann über Linien oder Kurven in andere Bildzonen weiterleiten, die eher intellektuell vordergründig sind. Sobald das Gesehen an Spannung verliert, sucht es sich den nächstgelegene Spannungspunkt (Hell-Dunkel-Kontrast), um den Weg über das Bild fortzusetzen.

Auf diese Weise kann man Bilderzählungen komponieren, die zu Sehprozessen führen, die verblüffend ähnlich sind.

Bleistiftzeichnung: Dorfkirche
Bleistiftzeichnung: Dorfkirche (Martin Mißfeldt, 1990, 50 x 70 cm)

Hell-Dunkel-Kontrast in der Kunstgeschichte

Der italienische Maler Michelangelo Caravaggio war ein Meister der Hell-Dunkel-Malerei: in seinen Bildern lässt sich die dramatische Bildkomposition aus Hell-Dunkel-Kontrasten sehr eindrucksvoll nachvollziehen. Diese Gemälde spielen sich meist vor einem dunklen Bühnenraum ab. Ein grelles Spot-Licht beleuchtet die Szenerie im Vordergrund. Durch das intensive Licht entstehen harte Schattenkanten.

Hell-Dunkel-Kontrast (Caravaggio)
Hell-Dunkel-Kontrast (Caravaggio)

Das Bild rechts zeigt die "Kreuzigung des Apostel Petrus" (1601-1604). Mit Hilfe des Hell-Dunkel-Kontrastes wird eine spannende Bildkomposition kreiert: durch die aufstrebende Bewegung von links unten nach rechts rutscht der gekreuzigte Petrus immer weiter nach rechts unten. Man spürt als Betrachter förmlich die Aussichtslosigkeit der Situation, die immer schlimmer wird. Neben dem Hell-Dunkel sind vier Farbflecken eingearbeitet: die gelbe und grüne Hose der beiden Peiniger sowie der angedeutete Umhang in der linken Bildmitte. Rechts unten, dort, wohin Petrus sinken wird, ist ein sanftes Grau-Blau zu sehen.

Weitere bedeutende Vertreten der "Hell-Dunkel-Malerei" (sog. "Chiaroscuro"), die sich in der Spät-Rainessance entwickelte und weit in den Barock hineinwirkte, waren

Linolschnitte

Linoldruck: Alte oder junge Frau
Linoldruck: Alte oder junge Frau?
(Martin Mißfeldt, 2013, 27 x 18 cm)

Eine alte Kunsttechnik ist der Linoldruck bzw. Holzschnitt. Als Künstler entfernt man die Bereiche, die im Druck später weiß bleiben sollen. Men denkt also quasi "invers" bzw. komplementär. Bei einfachen Linolschnitten führt das zu Ergebnissen, die schwarz auf weiß gedruckt sind. also einen extremen Hell-Dunkel-Kontrast haben. Das macht den besonderen Reiz dieser Grafiken aus.

Der Linolschnitt rechts zeigt einen "Sehtest: alte oder junge Frau?", von Martin Mißfeldt aus dem Jahr 2013. Neben dem optischen Rätsel besteht die Grafik aus mehreren Zonen, die unterschiedlich strukturiert sind und somit spannungsvoll zusammenwirken. Man kann diese Grafik hier kaufen.

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