Kunst & Malerei Blog von Martin Mißfeldt

Künstler sein dank Google Adsense – und wie es wirklich ist

Geld verdienen mit Google Adsense

Geld verdienen mit Google Adsense

Der gute Karl Kratz hat mich bei Google+ auf ein interessantes Video aufmerksam gemacht. Darin schildert der Künstler Philip Martin, wie er Dank Google Adsense vom Kunstlehrer zum Künstler geworden ist: Dank Google Adsense auf seiner Website verdient er so viel, dass er als freier Künstler leben kann. Soviel zu der Story. Allerdings handelt es sich um ein Promotionsvideo von Google selber. Da ich vieles von dem, was dort gesagt wird, aus eigener Erfahrung nachvollziehen kann, in diesem Artikel meine Hinweise, wie es wirklich ist 🙂

Zunächst das Video von Google (btw: sehr sympathischer Typ, der Philip Martin)

Das Ziel des Videos ist es natürlich, Künstlern nahe zu legen, auf ihren Websites Google Adsense einzubauen. Denn dadurch kann man als Künstler Geld verdienen. Stimmt, und Google verdient dabei stets mit, soviel zum Hintergrund dieses Videos.

Kein Geld ohne Klicks, keine Klicks ohne Besucher

Was in dem Video nicht gesagt wird, aber für jeden, der es versucht, unbedingt wichtig zu wissen ist: Man braucht eine relevante Anzahl von Besuchern auf der Website. Denn Google Adsense ist Werbung. Und auf Werbung klickt eben nur ein kleiner Prozentsatz der Besucher. Natürlich hängt es von der Suchanfrage ab. Aber nach einigen Jahren kann ich sagen: im Kunst- und Kulturbereich tummeln sich nur sehr wenige Prozent, die tatsächlich eine Kaufabsicht im Hinterkopf haben. Nach meinen Erfahrungen sind es weniger als ein Prozent der Besucher. Meist ist es wohl eher Zufall, wenn ein User in der Werbung etwas entdeckt, was ihn interessiert.

Die Klickpreise im Kunst-und Kulturbereich sind auch eher gering. Wenn also ein User auf zum Beispiel „Posterdruck“ oder „Künstlerbedarf“ klickt, dann sind das in der Regel höchstens 50 Cent pro Klick. In anderen Branchen sind die Klickmargen deutlich höher.

Modellrechnung

Damit also am Ende des Tages etwas hängen bleibt, braucht man sehr viele Besucher. Nehmen wir an, man hat einen durchschnittlichen Klickpreis von 50 Cent, und es klicken 1% der Website-Besucher auf eine Werbung, dann braucht es 200 Besucher, um 1 Euro zu verdienen. Bei 1.000 Besuchern am Tag hat man dann 5 Eur.

Nun sage ich einfach mal, dass man als Künstler im Monat wenigsten 1.500 Eur zum Leben braucht. Ich kann gar nicht genau sagen, wo die Untergrenze liegt, weil ich inzwischen eine große Familie habe. Aber auch wenn man alleinstehend ist, muss man neben Miete, Lebensmitteln etc auch Versicherung und Material bezahlen. Also weniger als 1.500 scheint mir illusorisch. Wie auch immer: um auf 1.500 im Monat zu kommen, müsste man pro Tag entsprechend 50 Eur einnehmen. Nach der Rechnung im vorhergehenden Absatz folgt daraus, dass man pro Tag 10.000 unique Besucher auf der eigenen Homepage haben muss, um das Existenzminimum als Künstler zu erreichen.

Besuchermassen

10.000 Besucher pro Tag auf einer Künstler-Homepage!? Das ist allerdings wirklich viel, und in meinen Augen kaum zu schaffen. Ich habe bei mir im Schnitt ca. 1.000 Besucher pro Tag hier auf dieser Website, zum Spitzenzeiten hatte ich mal 2.000. Es gibt im Prinzip drei Möglichkeiten, um Besucher auf die eigene Künstlerhomepage zu locken:

  • Man ist sehr gut vernetzt und im Social-Media aktiv. Dann kann es einem gelingen, bei neuen Bildern viele Interessierte auf eine Seite zu bekommen. Das funktioniert allerdings nur bei Neuigkeiten.
  • Über Suchmaschinen oder speziell die Google Bildersuche kann man ebenfalls viele Besucher bekommen. Dieser Traffic ist dann im Gegensatz zum zuvor genannten auch über einen längeren Zeitraum relativ stabil. Aber erstens muss man dafür seine Bilder optimieren. Und zwaitens dauert es Monate bis Jahre, ehe man mit einer größeren Anzahl Bilder in der Bildersuche vorne zu finden ist. Und dann sollten es Bilder sein, die bei Begriffen, die ein hohes Suchvolumen haben, vorne zu finden sind. Was nützt es, wenn man mit „violette Gurkenschälmaschine“ vorne steht, aber kein Mensch danach sucht?
  • Man ist auf vielen Seiten gelistet und verlinkt, die ein hohes Besucher-Volumen haben, zum Beispiel Wikipedia. Aber solche Links kann (und darf man laut Google) nicht selber setzen. Es bleibt also letztlich Glücksache, ob man darüber viele Besucher bekommt oder man fängt an, richtig viele Klinken zu putzen. Und das raubt irre viel Zeit und Nerven.

Egal, welche Methode man geht: es kosten viele Zeit und Aufwand, um relevanten Traffic auf die eigene Künstler-Seite zu bekommen. Ich kann aus meiner Erfahrung nur sagen: ab einen gewissen Zeitpunkt lohnt es sich nicht mehr. Dann liebe auf anderen Wegen Geld verdienen und noch Zeit für die künstlerische Arbeit abzwacken.

Ein schöne Nebenverdienst, nicht mehr.

Geld und Reich? Nur mit Adsense eine Illusion ...

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Google Adsense ist eine schöne Nebenverdienst-Quelle für Künstler. Aber dass man als Künstler davon leben kann, scheint mir in den allermeisten Fällen eher eine Illusion zu sein. Abgesehen davon macht man sich sehr abhängig von Google. Auf Dauer ein ganz schönes Risiko.

Mein Fazit: ich würde es tatsächlich allen Künstlern, die eine eigene Bilder-Homepage haben, empfehlen, Adsense zu nutzen. Aber dass man deswegen eine bessere finanzielle Perspektive hat, sollte man sich besser abschminken. Aller, die es versuchen, viel Erfolg 🙂

Lustigerweise habe ich vor einigen Tagen im tagSeoBlog einen Artikel geschrieben, der diesen hier wunderbar ergänzt: Geld verdienen mit Bilder- / Fotogalerien (Adsense).

Oelbilder im Internet

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13 Antworten zu "Künstler sein dank Google Adsense – und wie es wirklich ist"

  1. Nico

    endlich mal wieder Klartext! Das gilt ja nicht nur für Künstler, sondern es ist grundsätzlich ein Märchen, dass Hinz- und Kunz mit google AdSense den Lebensunterhalt verdienen kann! Deine Rechenbeispiele stimmen mit meinen Erfahrungen überein und gerade bei einer der wichtigsten Trafficquellen, dem eigenen Kontaktnetzwerk, gibt es einen großen Haken: das sind wiederkehrende Leser und die klicken in der Regel weitaus weniger als die anderen 1%! 😉 Gerade auf Nischenblogs hat man oft einen Anteil an Stammlesern, der über 50% des Trafficaufkommens ausmacht……… aber so gut wie nie klickt! Ergo: man müsste eigentlich Deine Zahlen noch nach unten korrigieren bzw. die für ein Auskommen nötigen Besucherzahlen nach oben!

    Beste Grüße
    Nico

  2. Max

    Schöne Modellrechnung, ich denke der Herr Martin ist eben ein sehr sehr positives Beispiel und gerade im englischen Bereich könnte es durchaus klappen. Ist ähnlich wie früher die Überlegung, ob es in Deutschland Vollzeitblogger geben könnte, als das gerade in den USA etc. aufkam.

  3. Konrad

    Ich halte die Klickrate in der Beispielrechnung noch für stark optimierbar, vor allem wenn sich die Zahl nicht auf Seitenaufrufe, sondern auf Unique Visitors bezieht.

    Klar, wie du schon sagtest: Die meisten werden keine Kaufabsicht haben, aber 3-5% sollten auf jeden Fall möglich sein. Bei Besuchern, die eine klare Kaufabsicht haben, ist sogar weitaus mehr möglich (teilweise > 20%). Ist natürlich auch immer eine Frage der persönlichen Vorlieben. Für solche hohen Klickraten muss man ggf. die User schon etwas mit den Anzeigen „nerven“, dezent platziert sind die dann auf jeden Fall nicht mehr…

  4. Vincent

    Hmm.. der Philip Martin macht ja tolle Projekte (im Video). Aber die AdSense Werbung zerstört meines Erachtens die komplette Seite, auch so gefällt sie mir ganz und gar nicht und Kunst sollte meiner Meinung nach eine schöne Website haben.

    Naja meine Meinung ist, das er lieber Kunst verkaufen sollte, als seine „Ausstellungsform“ mit sau hässlicher Werbung zu plakatieren.

    Deine Seite ist schön schlicht und hat nur einen Werbeblock, das geht noch, aber bei Seiten wie von Philip Martin vergeht mir vollkommen die Lust am surfen. Zudem zerstört solch eine Seite vollkommen die Kunst.

    Viele Grüße
    Vincent

  5. Ralf

    Rechnet sich adsese Werbung überhaupt noch? Die meisten Browser haben mittlerweile AdBlockPlus als Plugin drinnen und die Adsense Werbung wird nicht mehr gesehen. Ich betreibe auch etliche Seiten, in denen Adsense läuft. Trotz hoher Besucherzahlen kann man bestimmt nicht davon leben.

  6. Jonas

    Moin,

    in den USA wird man auch als Künstler mit Adense ganz gut über die Runden kommen, in Deutschland eher nicht 😉 tägliche Besucherzahlen im fünfstelligen Bereich sind viel leichter zu erreichen, es werden dort kaum Adblocker genutzt (Deutschland ist weltweit Spitzenreiter), größerer Werbemarkt > ggf. höhere CPCs etc.. Aber generell lässt sich auch hier von Adsense leben.

    @Ralf wenn man nicht gerade Spammer ist, kommt weniger auf die Masse an, sondern eher auf das Thema oder die Zielgruppe. Ich betreibe zwei größere Adsense Projekte mit jeweils dem gleichen Besucherschnitt wie diese Seite hier und könnte theoretisch von leben (wenn ich noch Single wäre ;-))

    Gruß
    Jonas

  7. Bastian

    Naja, wahrscheinlich muss man bei einen Google Werbevideo schon ein wenig den Promotionbonus abziehen 🙂 Letztendlich ist im englischsprachigen Bereich der Traffic aber viel höher und daher dürften die Zahlen (und damit auch die Einnahmen) höher skalieren. Ganz so unerreichbar dürfte es also nicht sein 🙂

  8. Heiko

    Zum Video oben: Also ich hab mir zuerst das Video angeschaut, und gedacht: „OK, das hat was. Der muss ne wirklich gelungene Seite haben.“ Sucht man den Phillip (phillipmartin.info und dann auf eine Kategorie gehen)- dann wird man aber ziemlich schnell auf den Boden geholt. 3 Adsense Banner on top – wow! Das nenne ich mal Adsense Spamming. Und, das Video ist aus 08/2012 – also quasi up to date. Na ja, man kann Adense elegant einbauen, oder wie Phillip :), und dann von InsideAdSense selbst bei Youtube gepowert werden. Das ist doch mal was.

  9. Marcel

    http://text.phillipmartin.info/index.htm <— Ist das hier wirklich seine Seite oder ein schneller Abklatsch ? Das kann doch nicht Googles ernst sein den als positives Beispiel zu nehmen. 5 Werbeblöcke vs 5 Links. Da habe ich schon Seiten mit mehr Content gesehen die deswegen gesperrt worden.

  10. Wolfgang

    Google setzt noch einen drauf und veröffentlicht noch ein Video über diesen Künstler:
    http://www.youtube.com/watch?v=XsK-q8MSGSk&feature=g-high-u

    Zumindest wissen wir jetzt, wie sich Google eine gute Webseite vorstellt.

    😉

  11. Swetlana Federmann

    Wer als Künstler 10.000 Besucher am Tag auf seiner Website hat, muß sich um seine Finanzen sicher keine Gedanken mehr machen.

    Zudem finde ich gerade auf Seiten von Künstlern Werbeanzeigen unpassend, da sollte sich doch das geschehen lieber auf die Werke konzentrieren.

    Gratulation übrigens zu dem Blog, wirklich mal etwas anderes, ich finde schön, das hier auch etwas die Hintergünde beleuchtet werden und werde gerne wieder kommen.

    Viele Grüße aus Wiesbaden

    Lana
    swetlanafedermann.de

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