Melencolia I – Albrecht Dürer Cartoon
Der berühmte Kupferstich “Melencolia I” stammt aus dem Jahre 1514. Diese Giraffen-Version orientiert sich stark an dem ursprünglichen Werk. Dabei sind jedoch die vier “lebendigen” Wesen als Giraffen organisiert: die bild-dominierende, sitzende Frauenfigur rechts, der Putto, der auf einem Mühlstein sitzt, der Hund, der zusammengekauert neben der Frau liegt, sowie das Fledermaus-Fabelwesen, das am Firmament seine Bahn zieht, und auf dessen ausgebreiteten Flügeln der Titel: “Melencolia I” zu lesen ist.
Neben diesen vier Wesen tragen zahlreiche symbolische Gegenstände zum besseren Verständnis (oder auch zur besseren Verwirrung) bei. Hervorgehoben werden soll hier zum einen das magische Quadrat rechts oben. Die Besonderheit dieses magischen Quadrats liegt in der Tatsache, dass alle horizontalen, vertikalen und diagonalen Viererreihen dieselbe Summe ergeben (34). Weiterhin ist natürlich der berühmte Rhomboeder zu nennen, dessen komplexe Form Sie persönlich erfahren und ergründen können: Bastelanleitung.
Darüber hinaus kennzeichnen folgende Attribute den “melancholischen Zustand”: Kometenschweif, Regenbogen, Schürfeuer (Schmiede), Hammer, Waage, Sanduhr, Sonnenuhr (darüber), (Stunden-) Glocke, Leiter, Wagenrad.
Dürer leitet mit seinem Kupferstich eine Wende im künstlerischen Selbstverständnis ein. Während vorher der Künstler eher Handwerker war, wird er nun zum grübelnden Denker. Er erschafft nicht nur die Werke, er erfindet sie als Reflexion auf die Welt. Kunsthistorisch gesehen ist dieser Meisterstich von Albrecht Dürer eines der bedeutsamsten Zeugnisse in der Entwicklung von Kunst und Künstlerbild.
Weblinks
http://de.wikipedia.org/wiki/Melencolia_I
http://www.mathe.tu-freiberg.de/~hebisch/cafe/duerer/melencoliai.html
05. April 2010 um 14:55
das mit der Giraffe ist ein Irrtum,denn das von Dürer insinuierte Tierist das Cameleon (3.Mose 11,Vers 30 in der Vulgata-Fassung). Dies
Tier hatte der Namensgeber für das Dürer-Anagramm “Melencolia § I”,
Pico della Mirandola 1486, in seiner Rede über die Menschenwürde als Gattungs-Bezeichnung für den Menschen erfunden, der nicht nur wie ein Cameleon die Farbe, sondern auch seinen Charakter ändern könne: “Du kannst nach unten ins Tierische entarten, du kannst aus eigenem Willen wiedergeboren werden ins Göttliche” (Pico,Reclam, 1997,S.11) Und der Dürer Original-Titel ist ein Anagramm für “Cameleon § LI I”, Kapitel 51 nachzulesen im 8. Buch der Naturalis historiae von Plinius d.Ä.(23-79),welches nur vom Camelon handelt. Und “I” ist GOTT