Proserpina nach Dante Gabriel Rossetti | Kunst Cartoon von Martin Mißfeldt

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Proserpina nach Dante Gabriel Rossetti

Proserpina nach Dante Gabriel Rossetti: Bildbeschreibung

"Macht der August uns heiß, so bringt der Winter viel Eis."

Die wunderbare Proserpina von Dante Gabriel Rossetti. Ihre feinen Gesichtszüge erinnern ein wenig an Liv Tyler, die kürzlich in Der Herr der Ringe glänzte. Die zarte, in sich gekehrte junge Frau hält einen aufgeschnittenen Granatapfel in den Händen. Wie kann sie auch ahnen, dass dieses Detail ihr weiteres Leben bestimmen wird.

Proserpina (lat. Persephone) war laut griechischer Mythologie die Tochter von Demeter, der Göttin der Natur. Eines Tages wird Proserpina von Hades, dem Gott der gleichnamigen Unterwelt entführt. Der arme Hades leidet und langweilt sich zwischen all den Toten. Also raubt er sich ein junges, frische und attraktives Mädchen. Solches war in der griechischen Götterwelt durchaus nicht unüblich. Aber Hades hat nicht mit der konsequenten Durchsetzungskraft der Demeter gerechnet.

Demeter begibt sich also auf die Suche nach ihrer Tochter. Monatelang, jahrelang. Natürlich ist sie tief besorgt und vernachlässigt ihre Pflichten. Leider nur war sie für die Natur, für das Wetter und damit auch für die Ernte zuständig. Das Land verödet also, die Ernten missraten. Die Menschen darben, das Volk leidet. Schließlich findet sie heraus, dass Proserpina in der Unterwelt gefangen gehalten wird.

Voller Zorn stellt sie ihren Bruder Zeus zur Rede, der offensichtlich von dem Raub weis. Aber da er auch mit allen Wasser gewaschen ist, hält er zu seinem Bruder und will ihm diese kleine Abwechslung gönnen. Demeter ist außer sich und droht damit, die Erde und die Menschen verenden zu lassen. Schließlich schickt Zeus seinen Mann für alle Fälle, den Götterboten Hermes in die Unterwelt. Er soll prüfen, ob Proserpina zurückgeholt werden kann. Es ist nämlich ein ehernes Gesetz, das derjenige, der etwas aus dem Reich der Unterwelt gegessen hat, für immer im Reich des Hades bleiben muss.

Hermes fragt also Proserpina, ob sie etwas gegessen habe, was sie strickt verneint. Schwupps, schnappt sich Hermes Proserpina, verabschiedet sich von dem verdutzten Hades und bringt sie zurück zu Demeter. Das Wiedersehensglück ist jedoch nur von kurzer Dauer, denn Hades fordert Proserpina zurück: sein Diener Askalaphos hat beobachtet, wie Proserpina beim Ausdrücken eines Granatapfels einige Körnchen verschluckt hat.

Der abschließende, chaotische Prozess endet mit einem Kompromiss: Proserpina muss vier Monate im Jahr in die Unterwelt, in dieser Zeit trägt Demeter Trauer und die Erde verdorrt und erstarrt. Aber wenn sie zurück kommt, blüht alles wieder auf und gewinnt neues Leben: es wird Frühling!

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Bild-Details

Die schönen Augen der Persephone Die roten Lippen Der aufgeschnittene Granatapfel Ihre rechte Hand Macht der August uns heiß, so bringt der Winter viel Eis. Efeu