Digitale Malerei - Photoshop-Kunst von Martin Mißfeldt

Digitale Malerei - mit Photoshop am PC malen (Tutorial)

Heutzutage kann man Bilder auch am PC malen. Es handelt sich um "digitale Malerei". Wie geht das? In dem folgenden Artikel wird beschrieben, welche Voraussetzungen man für digitiale Malerei braucht und wie man Bilder am PC schnell, effektiv und effektvoll malen kann. Dieser Artikel behandelt grundlegende Tipps und Hinweise. Er beschreibt zwar die digitale Malerei mit Photoshop, das Gesagte gilt aber prinzipiell auch für alle anderen Malprogramme wie zum Beispiel Gimp oder Canvas. Bild rechts: Clint Eastwood. Der Artikel ist untermalt mit einigen Speedpainting Videos von Martin Mißfeldt (Zeitraffer-Videos des digitalen Malprozesses).

Ein realistisches Auge mit Photoshop malen


Quelle: youTube. Hier das ausführliche Tutorial: Realistisch Zeichnen & Malen mit Adobe Photoshop (Tutorial)

Ist digitale Malerei auch Kunst?

Kunst ist nicht von der Technik abhängig. Man kann im Grunde mit jedem Medium Kunst machen. Da diese Frage jedoch für die konkrete Arbeit eher hinderlich ist, wird sie hier ausgeblendet. Ob ein digital gemaltes Bild Kunst ist oder nicht, kann man sowieso erst entscheiden, wenn man dieses Bild gemalt hat.


"Mark Zuckerberg" - Speedpainting 2011

Digitale Malerei mit Photoshop

Photoshop von der Firma Adobe ist ein professionelles Bildbearbeitungsprogramm. Es biete zahlreiche Werkzeuge, Paletten und Filter, mit denen man digitale Bilder erstellen und bearbeiten kann. Es eignet sich für digitale Malerei sehr gut. Voraussetzung für digitale Malerei mit Photoshop ist ein leistungsstarker PC, da das Programm recht viel Speicherplatz benötigt. Mehr zum Thema Zeichenprogramme (bei Zeichnen-am-PC.de)

Grafik-Tablett und digitaler Pinsel

Fast kein Künstler malt mit der Maus. Heutzutage gibt es Grafiktabletts. Dabei benutzt man einen Stift (Pinsel), den man über eine sensitive Hartplastikmatte führt. Aus der Stiftspitze wird ein Signal an die Matte übertragen. Dieses Signal wird an den PC übertragen. Im Grunde ist der Stift ein Mausersatz. Er liegt nur wesentlich angenehmer in der Hand. Außerdem kann er zum Beispiel Signal wie "Druckintensität" oder "Neigungswinkel" mit einbeziehen.

Kurz: man malt mit einem Digitalen Pinsel. Mißfeldt benutzt ein professionelles Grafiktablett: ein Wacom Intous4 (PTK 849), A4 ist ein Klassiker unter den Künstler-Grafiktabletts. Es ist für digitale Malerei erstklassig geeignet. Mehr zum Thema Wacom Grafiktabletts (Zeichnen-am-PC)

Erste Schritte - immer etwas größer anfangen

Jeder Prozess beginnt mit einem leeren digitalen Blatt. In aller Regel sollte man größer malen als das gedachte Zielformat. Grund: Digitale Bilder bestehen aus Pixeln. Das sind "Punktinformationen", die abgespeichert werden. Man kann ein digital gemaltes Bild jederzeit ohne Probleme verkleinern. Aber andersherum führt es zu einem sichtbaren Qualitätsverlust.

Digitale Malerei mit Photoshop - Speedpainting Megan Fox
Digitale Malerei mit Photoshop: "Speedpainting Megan Fox" (Video)

Digitale Bilder abspeichern

Der wohl wesentlichste Unterschied zur herkömmlichen Malerei ist die Möglichkeit, ein Bild abzuspeichern. Bei klassischer Öl- oder Aquarellmalerei kann man einen zurückliegenden Zustand nie mehr wieder herstellen. Bei digitaler Malerei geht das ohne Probleme. Wer digitale Malerei betreibt, sollte sich diesen Umstand bewusst machen und ihn für die eigenen Zwecke nutzen. Daher: stets Versionen abspeichern. Wenn mal etwas schief gegangen ist, einfach zur vorherigen Version zurückkehren.

In Ebenen malen - digitale Malerei ist auf Bild-Bearbeitung

Sehr hilfreich beim Malen mit Photoshop sind die "Ebenen". Hierbei kann man sich jederzeit über das bis dahin gemalte Bild eine neue, durchsichtige Ebene legen, auf der man dann weitermalt. Diese einzelnen Bildebenen kann man dann während das Malprozesse an oder abschalten oder sie mit verschiedenen Ebenenstilen belegen. Die Bildgenerierung geht somit über den reinen Malprozess hinaus: Digitale Malerei ist in den meisten Fällen auch die Bearbeitung der Malerei mit den Mitteln des Computers bzw. mit den Stilen und Effekten von Photoshop. Bild rechts, Beispiel für Digitale Malerei: Mona Lisa,

Photoshop-Effekte gezielt einsetzen

Photoshop bietet schon in der Grundausstattung sehr viele Möglichkeiten, um "visuelle Effekte" zu erzielen. Außerdem lassen sich schier endlos viele Effekte und "Workflows" als Erweiterungen hinzukaufen. Man kan verschiedene Pinselspitzen benutzen, unterschiedlich Ebenenstile oder auch die Filter-Effekte. Wer die Arbeit mit Photoshop beginnt, sollte sich zunächst ein paar Stunden Zeit nehmen, und die verschiedenen Effekte (zum Beispiel Mal- oder Zeichenfilter, Kunstfilter etc.) einfach alle mal ausprobieren. Das Entscheidende ist, dass man lernt, die Photoshop-Effekte für die eigenen Zwecke zu nutzen. Denn gerade am Anfang ist die Gefahr groß, dass man durch die Effekte zu Bildern getrieben wird. Diese Bilder sind nicht die Bilder des Künstlers, sondern des Programms.

Man sollte daher darauf achten, dass man sich im Vorfeld oder während des Malprozesses Gedanken macht, welche Effekte und Filter man wirklich braucht. Alles andere ist keine Digitale Malerei, sondern Photoshop-Spielkram.

Speedpainting - Zeitraffer-Videos des digitalen Malprozesses

Ein Vorteil der digitalen Malerei ist es, dass man relativ einfach den Malprozess dokumentieren kann. Man installiert dafür einen "Autoscreenrecorder", der die Veränderungen auf dem Bildschirm aufzeichnet. Aus dem so gewonnenen Video-Material kann man dann ein Zeitraffer-Video erstellen. Man nennt diese Videos "Speedpaintings". Martin Mißfeldt hat eine Reihe von Speedpaintings erstellt. Sie zeigen, wie er seine Bilder anfängt und entwickelt. Beim Speedpainting als Kunstform geht es dann nicht mehr um das finale Bild, sondern um den Prozess das Malens. Wo sonst kann man jeden Moment der Bildgenese mitverfolgen. Selbst wann man am Ende alles wieder weiss übermalt, so dokumentiert das Video doch diese Bild als Werk. Hier gibt es mehr über Mißfeldts Speedpaintings.

Speedpainting - digitale Malerei
Beispiel für Entwicklungsprozess einer digitalen Malerei: "Jack Sparrow (Johnny Depp)"

Auch bei digitaler Malerei braucht man eine Bildidee

Was unterscheidet digitale Malerei von herkömmlicher Malerei? Vereinfacht gesagt: nur die technischen Arbeitsmittel. Der Computer ist im Grunde nichts anderes als ein Werkzeug. Das Malprogramm (Photoshop, Gimp, Canvas etc.) und auch das Grafiktablett sind besondere Eigenschaften/Funktionen dieses Arbeitsmittels. Wer also ein digitales Bild malen möchte, sollte nicht die technsichen Spielereien im Vordergrund sehen. Ein gutes Bild ist ein gutes Bild, egal mit welchem Arbeistmittel es erzeugt wurde. Man braucht dafür vorab eine Idee. Erst dann kann man anfangen, das Bild digital zu malen. Und je besser man seine Arbeistmittel beherrscht, um so näher kommt man dem Ziel. Übung macht den Meister. Daher: anfangen, ausprobieren und nicht verzweifeln. Im Laufe der Zeit gewinnt man die Sicherheit, um frei von jedem technischen Schnickschnack wirkliche Bilder malen zu können - auch digital am PC. Mehr zum Thema "Malen und Zeichnen am PC".

Allen, die damit anfangen, viel Erfolg.

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